Der MO5-STR komplettiert die Modulreihe für die Serie MR um einen vollständig ausgestatteten Stereo-Kanal, bei dem weder in Bezug auf die Dynamikeinheiten noch auf den EQ und die Aux-Wege irgendwelche Einschränkungen gemacht wurden. Das Modul wurde für die Verwendung mit Stereo-Keyboards und Stereo-Effektgeräten konzipiert und berücksichtigt die in Verbindung mit diesen Geräten auftretenden Probleme. Neben einem auf der MS-Ebene arbeitenden Richtungmischer sind ein 5-Band-EQ mit 3 vollparametrischen Mittenbändern eine mit Kompressor und Expander ausgeführte Dynamik-Einheit und ein in allen Parametern regelbares Noise-Gate vorhanden. 13 Sendewege, Dual-Extention sowie ein automatisierbarer AUX-FEED zur Level und Mute-Automation von Aux-Wegen sind vorhanden.
Der MO5-STR ist in seiner Anschlussbelegung zu den Mono-Kanälen kompatibel. Er benutzt die gleichen Anschlüsse und Steckfeldklinken wie die Mono-Module. Ein Einsatz anstelle eines Mono-Eingangskanals ist auf jedem Rahmenplatz möglich.
Die beiden erdsymmetrischen Eingänge des Moduls liegen auf den Anschlüssen auf, die bei den Mono-Kanälen für den Multitrack-Return und den Line-Eingang benutzt werden. Dadurch können die Eingangssignale sowohl vom Anschlussfeld als auch auf dem Steckfeld verbunden werden. Da innerhalb des Moduls der in diesem Modul nicht anderweitig benutzte Mikrofon-Eingang mit dem Multitrack-Return-Eingang verbunden ist, ist auf dem Anschlussfeld auch ein Anschluss über die beiden XLR-Buchsen (Mic = L und Line = R) möglich. Zwei Tasten ermöglichen eine Veränderung des angeschlossenen Stereo-Signals. Drückt man L wird nur der linke Eingangskanal in Mono auf beiden Kanälen weitergeführt. Drückt man hingegen R wird nur der rechte Kanal weitergeführt. Eine Vertauschung der beiden Kanäle erfolgt durch gleichzeitiges Drücken von L und R. Die Taste ø dreht die Phase in einem der beiden Kanäle. Der Eingangsverstärker ist normalerweise auf 0 dB kalibriert und kann bei mit dem mittengerasteten GAIN-Poti um ± 20 dB geregelt werden. Die Taste SUB schaltet auf einen zweiten Stereo-Eingang um, der auf der Verdrahtungsleiterplatte aufliegt. Dieser Eingang kann wahlweise auf einer Messerleiste oder eine Steckfeldreihe aufgelegt werden. Hier sind auch kundenspezifische Ausführungen möglich.
Die Bearbeitungssektion besteht aus dem Richtungsmischer, der Höhen-Tiefen-Sperre FILT, der mit Compressor und Expander ausgeführten Dynamik-Einheit DYN, dem Noise-Gate, dem 5-Band-EQ und dem Einschleifpunkt.
Der Richtungsmischer wird durch die Taste DIR freigeschaltet. Die Regelung erfolgt in der MS-Ebene. Mit dem Regler BAS (Basis) ist eine Einstellung der Basisbreite zwischen 0 % Stereo (Mono) über 100 % Stereo (normal) bis zu 300 % Stereo (Überbasis) möglich. Der Regler BAL verändert das Verhältnis der beiden Kanäle zueinander. Anders als bei einem konventionellen Pan-Pot oder Balanceregler erfolgt jedoch hier keine Abschaltung des abgeregelten Kanals. Vielmehr erfolgt die Regelung von 'Mono von Links' über 'Stereo normal' nach 'Mono von Rechts'. Der Richtungsmischer ermöglicht eine optimale Anpassung der Richtungs- und Basisbreitenverhältnisse eines Stereo-Signals an die Erfordernisse der Mischung.
Eine regelbare Stereo-Höhen-Tiefensperre ermöglicht eine Beschneidung des Eingangssignal mit einer unteren Grenzfrequenz bis zu 600 Hz und einer oberen Grenzfrequenz bis zu 1 kHz mit einer Flankensteilheit von 12 dB/Okt. Diese Baugruppe wird durch die Taste FILT aktiviert.
Die Stereo-Dynamik-Einheit ist vor dem Equalizer angeordnet und liegt hinter dem Einschleifpunkt, wenn dieser in der Stellung PRE betrieben wird. Durch die Taste POST wird sie hinter den EQ gelegt.
Die Einheit besteht aus einem Kompressor/Limiter der mit einem Expander kombiniert ist. Der Compressor/Limiter ist in allen Parametern regelbar. Die Einstellungen erfolgen über 4 Potentiometer. Der Threshhold ist zwischen -40 und +12 dB einstellbar. Die Ratio kann zwischen 1:1 (Compressor inaktiv) und 20:1 (Limiter-Betrieb) variiert werden. Die Attackzeit hat einen Regelbereich von .5 bis 20 ms. Die Releasezeit ist zwischen 0.1 und 5 Sekunden verstellbar. Durch die großen Stellbereiche - vor allem von Threshhold und Attack ist eine optimale Anpassung an das zu bearbeitende Programmmaterial einfach möglich. Der Compressor arbeitet vorwärtsgeregelt. Die Steuerspannungserzeugung erfolgt über einen RMS-Gleichrichter. Durch eine Autogain-Schaltung wird der Verstärkungsverlust anhand der Stellungen von Threshhold- Attack- und Ratio-Regler berechnet und kompensiert. Damit entfällt das lästige Nachregeln der Verstärkung nach Veränderungen der Kompressionsparameter. Oberhalb von 0 dB Threshhold erfolgt keine Korrektur. Das Verhalten des RMS-Konverters ist auf den Einsatz als Solistenkompressor optimiert. Die Anzeige der Verstärkungsreduktion erfolgt durch eine Ledkette mit 5 Led's. Durch den Potizugschalter LINK wird das pultinterne Verkoppelungssystem für Regelverstärker aktiviert. Die Dynamik-Einheit erhält dann die Steuerspannung von dem links neben dem jeweiligen Modul eingebauten Compressor.
Der Expander arbeitet ist in den Parametern Threshhold, Release und Ratio regelbar. Der Threshhold kann von -50 bis + 10 dB geregelt werden. Der Stellbereich für die Ratio reicht bis 1 zu 8, wodurch Noise-Gate ähnliche Effekte erzielt werden können. Die Rücklaufzeit kann zwischen 0.1 Sekunden und 5 Sekunden verstellt werden. Ein Potizugschalter dient zur Beeinflussung der Einschwingzeit des Expanders. Diese ist normalerweise kurz und wird bei gezogenem Poti auf moderatere Werte umgeschaltet. Durch die Einstellbarkeit aller Parameter kann auch der Expander optimal an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden. Die Anzeige erfolgt getrennt vom Kompressor durch eine Mehrfarbenled. Wird nur der Compressor benötigt stellt man den Ratio-Regler des Expanders auf Linksanschlag. Umgekehrt wird der Compressor inaktiv, wenn sein Ratio-Regler auf Linksanschlag steht.
Das Stereo-Gate ist eine völlig separate Einheit, die vom Kompressor/Expander unabhängig geschaltet werden kann. Sie liegt normalerweise hinter dem Kompressor und vor dem EQ. Durch Drücken der Taste POST der Dynamikeinheit wird diese auch hinter das Gate gelegt. Die Einheit wird durch die Taste GATE in den Signalweg geschaltet. Das Gate ist in allen Parametern durch vier Potis, von denen zwei mit Zugschalter ausgeführt sind regelbar. Der Bereich für den Threshhold reicht von -50 dB bis + 12 dB, die Ausblendzeit kann von 0.1 bis 5 Sekunden geregelt werden. Die Ausblendtiefe RANGE ist zwischen 0 und 80 dB regelbar. Die Hold-Zeit, also die Zeit die das Gate noch nicht zuregelt nachdem der Pegel unter den eingestellten Threshhold gefallen ist kann zwischen 0.1 und 2 Sekunden verstellt werden. Die Attackzeit des Gates ist mit ca. 5 µs sehr kurz. Für weiche Signale kann sie mit dem Zugschalter des Threshold-Potis auf eine andere Hochlaufcharakteristik geschaltet werden. Die Anzeige erfolgt durch eine Mehrfarbenled, die Grün bei offenem Gate, Rot bei geschlossenem Gate und Gelb bei laufender Holdzeit leuchtet. Die Signalauswertung bezieht sich auf den Spitzenwert des leiseren der beiden Stereo-Kanäle. Der Zugschalter des Release-Potis ermöglicht die Umschaltung des Side-Chain-Eingangs auf den Ausgang des Bus-Amps. Über diesen Weg ist eine beliebige Verkopplung der Steuerung von mehreren Gate vom Routing aus möglich. Hierbei kann eine beliebige im Routing erstellte Mischung mehrere Gates steuern.
Der Equalizer ist ein 5-Band-EQ mit einem in den Frequenzen umschaltbarem Hoch-Tief-Entzerrer und 3 vollparametrischen Bändern. Er entspricht in seiner Ausführung völlig dem EQ, der in den Mono-Kanälen zur Anwendung kommt. Natürlich ist er im MO5-STR stereophon ausgeführt. Die drei vollparametrischen Bänder MID1 bis MID3 deren Mittenfrequenzen bis 30 Hz bzw. 60 Hz herunterreichen ermöglichen eine steilflankige Beeinflussung der Grundtöne von Bass-Drum und Bass. Sie geben dem Anwender ungeahnte Möglichkeiten in der Herstellung von 'Druck' im Tiefbassbereich ohne den üblichen topfigen Bullersound, der bei den Versuchen mit Kuhschwanz-EQ's und zusätzlicher Tiefensperre bei der Optimierung des Bassbereichs entsteht. Der HI-EQ wurde zugunsten eines 'Easy-Handling-Konzeptes' bewusst nicht vollparametrisch ausgeführt. In der Grundstellung ermöglicht er eine weiche Beeinflussung der oberen Höhen mit einem Auslauf der Kurve weit oberhalb von 20 kHz. Damit entsteht 'Glanz' mit einem Handgriff. Die alternative Festeinstellung dieses Bandes ist eine weiche Glocke, deren Maximum im Bereich von 7 bis 10 kHz liegt und 'Druck' in den oberen Höhen produziert. Ähnlich ist der Tiefentzerrer aufgebaut. Seine Frequenzwahl schaltet zwischen Glockenkurven mit mittlerem Q bei 60 Hz bzw. 100 Hz um. Damit ermöglicht er eine schnelle Beeinflussung der wichtigsten Schwerpunktfrequenzen im Bassbereich mit einem Handgriff. Durch die Verwendung von Glockenkurven wird eine Anhebung mit Subsonic-Bereich verhindert.
Durch die mit Wien-Robinson-Brücken realisierten Schaltungen entstehen auch bei extremen Anhebungen keine negativen Nebeneffekte wie Klirr- oder TIM-Verzerrungen. Um auch im oberen Höhenbereich noch steilflankige Eingriffe durchführen zu können wurde der Frequenzbereich des MID3-Bandes bis 18 kHz erweitert. Die Stellbereiche für Anhebung und Absenkung betragen in jedem Band jeweils ±20 dB. Die Regelbereiche für die Frequenz sind für MID3 200 Hz bis 18 kHz, für MID2 60 Hz bis 5 kHz und für MID1 30 Hz bis 2 kHz. Diese Aufteilung der Frequenzbereiche ermöglicht neben dem zweimaliges Eingreifen im wichtigen Bassbereich durch die starke Überlappung der einzelnen Bänder einen mindestens zweimaligen Eingriff in jedem Frequenzbereich. Der Stellbereich für die Güte reicht von 0.3 bis 5. Der Equalizer wird durch die Taste EQ eingeschaltet.
Der Einschleifpunkt liegt normalerweise hinter dem EQ in der Tape-Chain. Über die Taste PRE kann er vor den EQ geschaltet werden. Die Taste DYN legt den Insert in die Side-Chain der Dynamik-Einheit. Hier können dann externe Filter oder EQ's zur Beeinflussung des Regelverhaltens eingeschliffen werden.
Der Ausgang liegt immer auf dem Steckfeld an und ist über die Trennkontakte der Klinken mit dem Insert-Eingang verbunden. Der Eingang wird durch die Taste INS in den Signalweg geschaltet. So können externe Geräte im Kanals ein- und ausgeschaltet werden, ohne dass Verbindungen am Steckfeld geändert werden müssen. Der Einschleifausgang ist erdunsymmetrisch, der Eingang erdsymmetrisch ausgeführt. Der Arbeitspegel beträgt +6 dBu. Für den linken Stereo-Kanal wird der normale Kanalinsert verwendet. Der rechte Stereo-Kanal benutzt die Klinken BUS-OUT - MT-INS. Der rechte Kanal wird hier aufgeschaltet, sowie die INS-Taste gedrückt ist. Der Ausgang des Summenverstärkers wird in dieser Betriebsart intern umgeschaltet und auf den MT-Send am Anschlußfeld geführt.
13 feste Sendewege sind vorhanden. Zusätzlich kann während der Mischung das Mehrspur-Routing für die Bildung von weiteren Sendewegen benutzt werden (AUX-EXTENTION). Für die wahlfreie Automatisierung von Sendewege in Pegel und Cut ist ein automatisierter Sendmaster (AUX-FEED) vorhanden. Die festen Sendewege sind unterteilt in die 9 Mono-Wege Aux 1 bis Aux 9 , den Stereo-Sendeweg Cue und den wahlweise Stereo oder Mono benutzbaren Sendeweg EXT.
Der Cue-Send ist anders vorkonfiguriert als die Aux-Sends, da er meist zur Erstellung der Hauptkopfhörermischung benutzt wird. Er liegt vor Regler und vor der Solo-Abschaltung, so dass er bei der Stummschaltung von Kanälen während der Produktion durch Cut oder Solo eingeschaltet bleibt. Aus diesem Grund hat dieser Sendeweg eine eigene CUT-Taste. Er wird immer in Stereo angesteuert. Die Regelung erfolgt über eine Kombination der Potis Level und Pan. Die Taste POST ermöglicht die Umschaltung hinter Regler (POST). So wird der Cue-Send universell anpassbar und kann in der Mischung auch als normaler Effektweg hinter Regler betrieben werden.
Die 9 Aux-Wege liegen normalerweise hinter dem Regler. Jedem der Aux-Wege ist eine MST-Taste zugeordnet, mit dem die Sendewege einzeln auf den automatisierten Sendmaster AUX-FEED aufgeschaltet werden können. Für je zwei Aux-Wege ist eine gemeinsame PRE-Taste vorhanden, die diese Wege vor Regler schaltet. Die Aux-Wege werden auch vor Regler von Solo und Cut abgeschaltet. Die Ansteuerung der Aux-Wege erfolgt über Matrix-Stufen in Mono.
Der Extention-Send bedient normalerweise einen weitere Stereo-Sendeweg. Er kann in Stereo oder in Mono betrieben werden. Im Stereo-Betrieb sind ein Level- und ein Balance-Poti vorhanden. Durch die Taste DUAL wird auf Mono-Betrieb umgeschaltet. Das Level-Poti arbeitet nun auf die linke Extention-Summe. Das obere Poti, dass bei Stereobetrieb als Balanceregler dient wird nun zum zweiten Level-Regler, der den rechten Extention-Send bedient. Für die Aufschaltung sind eine PRE und eine MST-Taste vorhanden. Der Sendeweg liegt normalerweise hinter Regler und kann mit den Tasten PRE und MST auch vor-Regler und hinter bzw. Vor den Aux-Feed-Regler geschaltet werden. Bei Monobetrieb dient eine zweite MST-Taste zur separaten Anwahl des zweiten Mono-Kanals.
Für Aux-Extention drückt man die Taste TO-RTG. Der Extention-Send wird dann von der Extention-Summe getrennt und auf die Routing-Matrix aufgeschaltet. Die Dual-Funktion arbeitet auch dann. Das untere Poti bedient die ungeraden Summen, das obere die geraden. Über die Benutzung nicht anderweitig genutzter Summen ist so die Bildung von weiteren Aux-Wegen möglich. Natürlich können diese 'floatenden' Aux-Wege von mehreren Kanälen gemischt angesteuert werden. Bei Verwendung dieser Funktion wird lediglich die Routing-Matrix für Aux-Extention blockiert. Außerdem werden nur die Kanäle betroffen, bei denen die Funktion freigeschaltet ist.
Der Hauptregler ist als automatisierbarer VCA-Regler ausgeführt. Hier wird ein Penny & Giles VCA-Regler mit 100 mm Schiebeweg verwendet, der beide VCA's der Stereo-Kanäle bedient. Zum Regler gehören die CUT-Taste, die PFL-Taste und die Peak-Present-Led sowie die Anwahl der beiden Mute-Gruppen A und B, die durch einen Kippschalter mit Mittelnullstellung erfolgt. Der Regler ist mit einer Automationsschnittstelle für CAS-Mischcomputer von adt-audio ausgerüstet. Neben dem Regler ist eine Ledkette zur Anzeige der VCA-Stellung eingebaut wodurch die Rechneraktionen ständig direkt am Regler angezeigt werden. Über die Taste ISO kann der jeweilige Kanal bei Automationsbetrieb aus dem Rechner herausgeschaltet werden. Die Statusfunktionen AUTO-ALL und ISO-ALL ermöglichen eine Überbrückung der lokalen ISO-Tasten sowie einen erzwungen Handbetrieb des gesamten Pultes (ISO-ALL). Ferner kann durch einen Jumper für jeden Regler gewählt werden, ob der Rechner Zugriff auf diesen Regler hat oder nicht. Der Regler besitzt zusätzlich eine Write-Taste. Durch die Verwendung von VCA-Reglern verarbeitet der Automations-Rechner lediglich dB-lineare Steuerspannungen. Dadurch sind eine hohe Linearität und gleichmäßige Auflösung von 0.1 dB bis hinunter zu - 90 dB gewährleistet.
Die PFL-Taste ermöglicht das Abhören und Messen des am Reglereingang liegenden Signals über die im Summenblock integrierte PFL-Schaltung, die sowohl auf die Abhöranlage als auch auf den Hauptaussteuerungsmesser wirken kann. Eine Peak-Present-Led, die als Mehrfarbenled ausgeführt ist meldet den Pegel an diesem Punkt. Die Led leuchtet bei - 20 dB grün und färbt bei 0 dB auf gelb um. Mit einer weiteren Erhöhung des Pegels verändert sich die Farbe über Orange nach Rot. Bei Rotfärbung ist noch eine Aussteuerungsreserve von ca. 5 dB vorhanden. Diese Art der Anzeige ermöglicht einen schnellen Überblick über die auf den Kanälen des Mischpultes anliegenden Pegel.
Die unabhängig von PFL arbeitende zusätzliche Solo-Logik ist als echtes Solo in Place ausgeführt und schaltet alle Kanäle, die nicht ebenfalls in SOLO geschaltet sind ab. Zusätzlich ist die Taste LOCAL vorhanden mit der der jeweilige Kanal aus der Solo-Schiene herausgeschaltet werden kann. Dieser Kanal ist dann vom Solo isoliert und wird nicht abgeschaltet. So kann man z. B. den Rhythmus einer Mischung immer eingeschaltet lassen, während man die einzelnen Solo-Instrumente abwechselnd durch Betätigung der Solo-Tasten dazuschaltet.
Der als Drehpoti ausgeführte AUX-FEED Regler ist ebenfalls als VCA-Regler mit einer Automations-Schnittstelle ausgeführt. Sein Eingang liegt hinter dem Hauptregler und kann über die Taste PRE vor den Hauptregler, hinter die Solo-Schaltung gelegt werden. Der Ausgang dieses VCA's liegt an den MST-Tasten der Aux-Wege und der Aux-Extention an. Jeder beliebige Aux-Weg kann so auf diesen zusätzlich Weg aufgeschaltet werden, so dass die Automatisierung von Aux-Wegen in Pegel und Cut möglich wird. Eine DIR-Taste schaltet den Ausgang des Aux-Feed-Reglers auch den Kanalausgang auf. Durch diese Schaltung kann der Aux-Feed als getrennter Sendeweg, allerdings ohne Mischmöglichkeit, verwendet werden.
Das Signal vom Ausgang des Reglers wird auf das Balance-Poti BAL, das mit einer Mittendämpfung von 0 dB arbeitet gelegt. Dieser Regler wird durch die Taste BAL eingeschaltet. von hier aus erfolgt die Ansteuerung der Stereo-Summe über die Taste TO-MIX und der Routing-Matrix.
Der Ausgangsverstärker des Kanals liegt normalerweise auf dem Ausgang des Bus-Amps. Der Eingang dieses Summenverstärkers ist im Rahmen bei den ersten 24 Kanälen mit der zum jeweiligen Kanal gehörenden Summenschiene verbunden. Bei den Kanälen ab 25 werden die ersten 24 Summen quergebrückt. Summe 1 liegt also an den Ausgängen der Kanäle 1, 25 und - falls der Rahmen eine entsprechende Größe hat 49 bzw. 73 an. Drückt man die Taste DIR wird der Summenverstärker vom Kanalausgang weggeschaltet, gleichzeitig wird das Ausgangssignales des Reglers über eine Mono-Matrix aufgelegt. Auch wenn Aux-Extention auf das Routing aufgeschaltet ist, liegt das Ausgangssignal des Reglers an der DIR-Taste an. Damit ist es möglich, den Summenverstärker zu umgehen und das Aufnahmesignal des jeweiligen Kanals direkt auf der zugehörigen Spur aufzunehmen. Dies dient weniger zum Qualitätsgewinn - die beiden Wege unterscheiden sich weder in Störabstand noch in der Aussteuerbarkeit nennenswert - sondern mehr der Bequemlichkeit, da bei aktiviertem DIR andere in die zum Kanal gehörende Summe geroutete Kanäle nicht mehr eingemischt werden.
Die MT-INS-Taste unterbricht die innerhalb des Kanals vorgegebene Zuordnung zwischen Kanal-Ausgang und Mehrspur-Eingang. Ist diese Taste gedrückt, so wird dieses Signal über das Trennklinkenpärchen BUS-OUT - MT-INS geführt. So lange in MT-INS nichts gesteckt ist, bleibt die normale Verbindung erhalten.