MO5-SPR

QUICK-REF

SPLIT-Input-Output-Modul mit 2 automatisierten Reglern, 5-Band-Equalizer, Compressor-Expander und Noise-Gate für Recall-Betrieb

Der MO5-SPR ist das SPLIT-Ein-Ausgangsmodul der Serie MR. Er ist für die Verwendung mit Keyboards und Harddisksystemen ausgelegt. Als Splitkanal verarbeitet er einen Signalweg mit einer äußerst reichhaltigen Bearbeitungssektion, umfangreichen Zuordnungsmög-lichkeiten, 13 festen Sendewegen, einem Dual-Extention-System und einem automatisierten P&G Flachbahnregler. Ein rechnergesteuerter Drehregler für die Automatisierung von Aux-Wegen ergänzt die Ausstattung. Auch der MO5-SPR verfügt über den bekannten und beliebten EQ, der von vielen Kunden als äußerst effizientes und einfach zu handhabendes Bearbeitungsmittel geschätzt wird. Die umfangreiche Dynamiksektion besteht aus einem in allen Parametern regelbaren Compressor-Expander und einem hiervon völlig separat aufgebautem Noise-Gate. Das Recall-Interface zur Abspeicherung aller Einstellungen mit dem CRS-System ist integriert.

Im Gegensatz zum Inline-Kanal ist der MO5-SPR ohne zweiten Signalweg (Record-Chain) ausgeführt. Der Aufbau von Anlagen nach dem 'Split'-Konzept ist durch die Verwendung ausschliesslich dieses Moduls möglich, da es jeweils alle Komponenten enthält, die für einen Split-Eingangskanal und für einen Summenzug benötigt werden. Dadurch kann man die sonst in solchen Konzepten übliche starre Anordnung von Eingangskanälen und Summen weitgehend auflösen. Der Kanal wird durch Drücken einer Taste zum Summenzug. Anlagen mit Split-Struktur erkaufen den Vorteil großer Übersichtlichkeit mit dem Nachteil eines großen Platzbedarfs. In einem gleich großen Inline-Mischpult kann man leicht die doppelte Menge von Signalwegen unterbringen. Trotzdem hat das Splitkonzept nach wie vor seine Daseinsberechtigung. adt-audio Anlagen mit Splitstruktur weisen einige interessante Besonderheiten auf.

Die Summenbildung verwendet das Mehrspur-Routing mit seinen insgesamt 24 Summenschienen. In jedem Splitkanal ist ein Summenverstärker integriert, der abhängig von der Rahmenverkabelung eine der 24 Summen bildet. Bei Rahmen mit mehr als 24 Kanälen wird eine Summenverkopplung eingebaut. Summe 1 bedient dann die Kanäle 1, 24 und 49, Summe 2 versorgt 2, 25 und 50. Die Summenbildung ist nicht auf eine Ebene begrenzt. Auch der als Summenzug verwendete Eingangskanal hat eine neben dem Weg in die Steresumme auch eine Summenanwahl. So ist die Summenbildung nicht auf eine Ebene begrenzt, sondern kann nach Belieben tief gestaffelt werden. Es ist möglich eine Reihe von Kanälen zunächst z. B. in der Summe 1/2 zusammenzufassen, dann diese Summe in die Summe 7/8 zu routen und hier weitere Kanäle direkt einzumischen. Dieses Prinzip kann man beliebig fortsetzen. Die Limitierung liegt in der Anzahl der verfügbaren Summen und in der Tatsache, dass ein solcher Aufbau irgendwann für den Bediener sehr unübersichtlich wird.

Der zweite Vorteil der gleichartigen Ausführung von Kanal und Summe liegt darin, dass ein Summenzug, der im Augenblick nicht als Summe benutzt wird als normaler Eingangskanal dienen kann. Besonders in der Endmischung ist diese Tatsache von Vorteil. Dann werden nur wenige Summe benötigt. Im Extremfall kann man alle 'Summenzüge' dann als vollwertige Eingangskanäle verwenden. Eine Konstellation 32 in 24 in 2 wird dann zu einem 56 in 2. Natürlich ist jede beliebige Kombination möglich da ja jede unbenutzte Summe durch entsprechende Anwahl zum 'normalen' Eingang umfunktionieren lässt. Auch in dieser Konstellation ist nach wie vor eine Aufnahme auf der Mehrspur durchführbar. Die Summenverstärker sind in Funktion, können vom jedem Kanal aus angewählt werden und steuern die Eingänge der Mehrspurmaschine an.

Ferner kann man innerhalb des Systems beliebig Inline-, Split- und Stereo-Module kombinieren. Eine sinnvolle Bestückung sieht Inline-Kanäle auf den Plätzen vor, an denen eine Spur einer Mehrspur anliegt, während Kanäle bei denen Keyboards praktisch fest installiert sind Split-Module oder Stereo-Module verwendet werden, je nachdem ob der Ausgang des Keyboards vorwiegend Mono oder Stereo gefahren wird. Dieses Kombination verbindet den Vorteil der kompakten Inlinezüge für die Mehrspur mit dem Vorteil der übersichtlichen Arbeitsweise und der direkten Verfügbarkeit aller Bearbeitungsmittel der Splitkanäle. Durch den im Vergleich zum Inline-Modul erheblich einfacheren Signalfluss und den Wegfall der Record-Chain ergeben sich bei den Split-Modulen außerdem erhebliche Einsparungen.

Der Eingangsbereich des MO5-SPR ermöglicht die Anwahl von 3 Eingängen. Auf den Einbau eines Mikrofonverstärkers in diesem Modul haben wir verzichtet, da er auf Grund der möglichen Anwendungen hier nicht benötigt wird. Dies trägt natürlich auch zur Kostensenkung bei. Ist keine Taste gedrückt, ist der TAPE-Eingang (MT-Return) gewählt. Durch die Taste SUB wird auf den Summenverstärker des Kanals umgeschaltet. Durch diese Taste wird der Kanal zum Summenzug für die zum Rahmenplatz gehörende Summenschiene. Zwischen dem Ausgang des Summenverstärkers, der immer auf dem Steckfeld verfügbar ist und dem SUB-Eingang, liegt das Trennklinkenpärchen BUS-OUT - MT-INS auf dem Kanalsteckfeld. Wird gleichzeitig mit SUB die Taste DIR gedrückt so greift der Eingangsverstärker direkt am Summenverstärker-Ausgang innerhalb des Kanals ab. In dieser Konstellation wird der Kanal in den Weg zwischen Summenverstärker und Kanalausgang eingeschliffen. Alle Regelmöglichkeiten stehen nun hier Verfügung. Dies ist die normale Schaltung für die Verwendung eines Kanals als Summenzug für die Mehrspuraufnahme. Ist nur die SUB Taste gedrückt arbeitet der Kanal als Summenzug für die Stereo-Summe. Die Mehrspur wird aber direkt vom Summenverstärker angesteuert. Wir gehen später noch einmal ausführlicher auf diese Betriebsarten ein.

In beiden Fällen erfolgt eine Regelung des Eingangssignals mit dem Poti TAPE mit einem Regelbereich von ±20 dB. Die Ansteuerung des Meters erfolgt bei TAPE und bei SUB kalibriert. Gemessen wird das Signal vor dem Eingangsverstärker.

Mit der Taste LINE wird auf den Line-Eingang umgeschaltet. Dieser ist als Keyboard-Eingang ausgelegt und hat einen größeren Bereich für die Verstärkung als der Tape/Sub-Eingang. Der LINE-Eingang ist ebenfalls elektronisch symmetriert und wird mit einem zweiten Poti geregelt. Hier beträgt der Regelbereich - 10 bis + 30 dB. Die Ansteuerung des Kanal-Meters erfolgt bei LINE mit dem Ausgangssignal des Eingangsverstärkers.

Die Taste ø dreht die Phase des gewählten Eingangs.

Die Bearbeitungselemente des MO5-SPR sind die Höhen-Tiefen-Sperre (FILT), der Compressor-Expander, das Noise-Gate, der 5-Band--EQ und der Einschleifpunkt (INS).

Die Höhen-Tiefen-Sperre ist eine vom Equalizer völlig unabhängige Einheit. Sie wird durch die Taste FILT aktiviert und ist hinter dem Eingangsverstärker angeordnet. Die regelbaren Sperren haben eine Flankensteilheit von 24 dB/Okt für die Tiefensperre und 12 dB/Oktave für die Höhensperre und sind vom Filtertyp 'Maximum Flat'. Die Stellbereiche betragen für die Höhensperre Aus (> 20 kHz) bis 1 kHz und für die Tiefensperre Aus (<20 Hz) bis 600 Hz.

Die Dynamik-Einheit ist vor dem Equalizer angeordnet und liegt hinter dem Einschleifpunkt, wenn dieser in der Stellung PRE betrieben wird. Durch die Taste POST wird sie hinter den EQ gelegt.

Die Einheit besteht aus einem Compressor/Limiter der mit einem Expander kombiniert ist. Der Compressor/Limiter ist in allen Parametern regelbar. Die Einstellungen erfolgen über 4 Potentiometer. Der Threshhold kann zwischen -40 und +12 dB geregelt werden. Der Stellbereich der Ratio liegt zwischen 1:1 (Compressor inaktiv) und 20:1 (Limiter-Betrieb). Die Attackzeit kann zwischen 0.5 und 20 ms verändert werden. Die Releasezeit ist zwischen 0.1 und 5 Sekunden verstellbar. Der Compressor arbeitet vorwärtsgeregelt. Die Steuerspannungserzeugung erfolgt über einen RMS-Gleichrichter. Durch eine Autogain-Schaltung wird der Verstärkungsverlust anhand der Stellungen von Threshhold- Attack- und Ratio-Regler berechnet und kompensiert. Damit entfällt die Notwendigkeit bei jeder Veränderung der Kompressionsparameter die Verstärkung nachzuregeln. Oberhalb von 0 dB Threshhold erfolgt keine Korrektur. Das Verhalten des RMS-Konverters ist auf den Einsatz als Solistenkompressor optimiert. Durch die großen Stellbereiche ist eine hervorragende Anpassung an das Programmmaterial möglich. Besonders der große Bereich des Attack-Reglers gibt umfangreiche Möglichkeiten zur Variation des klanglichen Verhaltens des Kompressors. Die Anzeige der Verstärkungsreduktion erfolgt durch eine Ledkette mit 5 Led's. Durch den Potizugschalter LINK wird das pultinterne Verkoppelungssystem für Regelverstärker aktiviert. Die Dynamik-Einheit erhält dann das Side-Chain-Signal von dem links neben dem jeweiligen Modul eingebauten Regelverstärker.

Der Expander ist in den Parametern Threshhold, Release und Ratio regelbar. Der Threshhold kann von -50 bis + 10 dB geregelt werden. Der Stellbereich für die Ratio reicht bis 1 zu 8, wodurch Noise-Gate ähnliche Effekte erzielt werden können. Die Rücklaufzeit kann zwischen 0.1 Sekunden und 5 Sekunden verstellt werden. Ein Potizugschalter dient zur Beeinflussung der Einschwingzeit des Expanders. Diese ist normalerweise kurz und wird bei gezogenem Poti auf moderatere Werte umgeschaltet. Durch die Einstellbarkeit aller Parameter kann auch der Expander optimal an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden. Die Anzeige erfolgt getrennt vom Compressor durch eine Mehrfarbenled. Wird nur der Compressor benötigt stellt man den Ratio-Regler des Expanders auf Linksanschlag. Umgekehrt wird der Compressor inaktiv, wenn sein Ratio-Regler auf Linksanschlag steht.

Das Noise-Gate ist eine völlig separate Einheit, die vom Kompressor/Expander unabhängig geschaltet werden kann. Sie liegt normalerweise hinter dem Kompressor und vor dem EQ. Durch Drücken der Taste POST der Dynamikeinheit wird diese auch hinter das Gate gelegt. Die Einheit wird durch die Taste GATE in den Signalweg geschaltet. Das Gate ist in allen Parametern durch vier Potis, von denen zwei mit Zugschalter ausgeführt sind regelbar. Der Bereich für den Threshhold reicht von -50 dB bis + 12 dB, die Ausblendzeit kann von 0.1 bis 5 Sekunden geregelt werden. Die Ausblendtiefe RANGE kann zwischen 0 und 80 dB verändert werden. Die Hold-Zeit, also die Zeit die das Gate noch nicht ausblendet nachdem der Pegel unter den eingestellten Threshhold gefallen ist kann zwischen 0.1 und 2 Sekunden verstellt werden. Die Attackzeit des Gates ist mit ca. 5 µs sehr kurz. Für weiche Signale kann sie mit dem Zugschalter des Threshhold-Potis auf eine andere Hochlaufcharakteristik geschaltet werden. Die Anzeige erfolgt durch eine Mehrfarbenled. Diese leuchtet Grün bei offenem Gate, Rot bei geschlossenem Gate und Gelb bei laufender Holdzeit. Der Zugschalter des Release-Potis ermöglicht die Umschaltung des Side-Chain-Eingangs auf den Ausgang des Bus-Amps. Über diesen Weg ist eine beliebige Verkopplung der Steuerung von mehreren Gate vom Routing aus möglich. Hierbei kann eine beliebige im Routing erstellte Mischung mehrere Gates steuern.

Der Equalizer ist ein 5-Band-EQ mit einem in den Frequenzen umschaltbarem Hoch-Tief-Entzerrer und 3 vollparametrischen Bändern. Die drei vollparametrischen Bänder MID1 bis MID3, deren Mittenfrequenzen bis 30 Hz bzw. 60 Hz herunterreichen ermöglichen eine steilflankige Beeinflussung der Grundtöne von Bass-Drum und Bass. Sie geben dem Anwender ungeahnte Möglichkeiten in der Herstellung von 'Druck' im Tiefbassbereich ohne den üblichen topfigen Bullersound, der bei den Versuchen mit Kuhschwanz-EQ's und zusätzlicher Tiefensperre zur Optimierung des Bassbereichs entsteht. Der HI-EQ wurde zugunsten eines 'Easy-Handling-Konzeptes' bewusst nicht vollparametrisch ausgeführt. In der Grundstellung ermöglicht er eine weiche Beeinflussung der oberen Höhen mit einem Auslauf der Kurve weit oberhalb von 20 kHz. Damit entsteht 'Glanz' mit einem Handgriff. Die alternative Festeinstellung dieses Bandes ist eine weiche Glocke, deren Maximum im Bereich von 7 bis 10 kHz liegt und 'Druck' in den oberen Höhen produziert. Ähnlich ist der Tiefentzerrer aufgebaut. Seine Frequenzwahl schaltet zwischen Glockenkurven mit mittlerem Q bei 60 Hz bzw. 100 Hz um. Damit ermöglicht er eine schnelle Beeinflussung der wichtigsten Schwerpunktfrequenzen im Bassbereich mit einem Handgriff. Durch die Verwendung von Glockenkurven wird eine Anhebung mit Subsonic-Bereich verhindert.

Durch die mit Wien-Robinson-Brücken realisierten Schaltungen entstehen auch bei extremen Anhebungen keine negativen Nebeneffekte wie Klirr- oder TIM-Verzerrungen. Um auch im oberen Höhenbereich noch steilflankige Eingriffe durchführen zu können wurde der Frequenzbereich des MID3-Bandes bis 18 kHz erweitert. Die Stellbereiche für Anhebung und Absenkung betragen in jedem Band jeweils ±20 dB. Die Stellbereiche für die Frequenz sind für MID3 200 Hz bis 18 kHz, für MID2 60 Hz bis 5 kHz und für MID1 30 Hz bis 2 kHz. Diese Aufteilung der Frequenzbereiche ermöglicht neben dem zweimaliges Eingreifen im wichtigen Bassbereich durch die starke Überlappung der einzelnen Bänder einen mindestens zweimaligen Eingriff in jedem Frequenzbereich. Der Stellbereich für die Güte reicht von 0.3 bis 5. Der Equalizer wird durch die Taste EQ eingeschaltet.

Der Einschleifpunkt liegt normalerweise hinter dem EQ in der Tape-Chain. Über die Taste PRE kann er vor den EQ geschaltet werden. Die Taste GATE legt den Insert in die Side-Chain des Noise-Gate. Hier können dann externe Filter oder EQ's zur Beeinflussung des Regelverhaltens eingeschliffen werden. Der Insert-Eingang wird dann zum Key-Eingang des Gates. Durch gleichzeitiges Drücken von GATE und PRE schaltet man den Insert in die Side-Chain der Dynamik-Einheit.

Der Ausgang liegt immer auf dem Steckfeld an und ist über die Trennkontakte der Klinken mit dem Insert-Eingang verbunden. Der Eingang wird durch die Taste INS in den Signalweg geschaltet. So können externe Geräte im Kanals ein- und ausgeschaltet werden, ohne das Verbindungen am Steckfeld geändert werden müssen. Der Einschleifausgang ist erdunsymmetrisch, der Eingang erdsymmetrisch ausgeführt. Der Arbeitspegel beträgt +6 dBu.

13 feste Sendewege sind vorhanden. Zusätzlich kann während der Mischung das Mehrspur-Routing für die Bildung von weiteren Sendewegen benutzt werden (AUX-EXTENTION). Für die wahlfreie Automatisierung von Sendewegen in Pegel und Cut ist ein automatisierter Sendmaster (AUX-FEED) vorhanden. Die festen Sendewege sind unterteilt in die 9 Mono-Wege Aux 1 bis Aux 9 den Stereo-Sendeweg Cue und den zusätzlichen Sendeweg EXT, der in Stereo oder in Mono betrieben werden kann.

Der Cue-Send ist anders vorkonfiguriert als die übrigen Sendewege, da er meist zur Erstellung der Hauptkopfhörermischung benutzt wird. Er liegt vor Regler und vor der Solo-Abschaltung, so dass er bei der Stummschaltung von Kanälen während der Produktion durch Cut oder Solo eingeschaltet bleibt. Aus diesem Grund hat dieser Sendeweg eine eigene CUT-Taste. Die Regelung erfolgt über eine Kombination der Potis Level und Pan. Die Taste POST ermöglicht die Umschaltung hinter Regler So wird der Cue-Send universell anpassbar und kann in der Mischung auch als normaler Effektweg hinter Regler betrieben werden.

Die 9 Aux-Wege liegen normalerweise hinter dem Regler. Jedem der Aux-Wege ist eine MST-Taste zugeordnet, mit dem die Sendewege einzeln auf den automatisierten Sendmaster AUX-FEED aufgeschaltet werden können. Für je zwei Aux-Wege ist eine gemeinsame PRE-Taste vorhanden, die diese Wege vor Regler schaltet. Die Aux-Wege werden auch vor Regler von Solo und Cut abgeschaltet. Ohne diese Abschaltung ist eine sinnvolle Benutzung der Solo-Logik nur möglich, wenn keiner der Aux-Sends vor Regler betrieben wird, da diese Sendewege sonst immer noch in die angeschlossenen Effektgeräte senden würden.

Der EXT-Send kann in Stereo oder Mono benutzt werden. Im Normalfall bedient er zwei weitere Sendeweg-Summen. Alternativ kann er zur Bildung von 'floatenden' Auxwegen im Routing benutzt werden. Normalerweise erfolgt die Ansteuerung in Stereo. Das obere Poti arbeitet als Pan-Pot, das untere als Level-Regler. Drückt man DUAL, steuert das untere Poti die linke Extention-Summe an und das obere, dessen Funktion nun die eines Level-Reglers ist die rechte. Die Eingangsanwahl des unteren Reglers ist identisch mit dem Stereo-Betrieb. Das obere Poti besitzt eine eigene MST-Taste, mit der dieser Weg dann auch auf den AUX-FEED geschaltet werden kann.

Für Aux-Extention, die Bildung von weiteren Aux-Wegen in der Routing-Matrix drückt man die Taste TO-RTG. Der Extention-Send wird dann von seiner Summe getrennt und auf die Routing-Matrix aufgeschaltet. Hier können, wie im Aufnahmebetrieb, alle 24 Summen angewählt werden. Über die Benutzung nicht anderweitig genutzter Summen ist so die Bildung von weiteren Aux-Wegen möglich. Natürlich können diese 'floatenden' Aux-Wege von mehreren Kanälen gemischt angesteuert werden. Die Eingangswahl des Sendeweges erfolgt wie beim Betrieb in die Extention-Summe. Auch hier arbeitet die Umschaltung mit DUAL. Der untere Regler bedient dann die ungeraden Routing-Summen, der obere die geraden Summen. Bei Verwendung dieser Funktion wird lediglich die Routing-Matrix für Aux-Extention blockiert. Dies ist nicht von Nachteil, da die Anwendung dieser Funktion in der Regel in der Mischung erfolgt, wo die Routing-Matrix sowieso nicht benötigt wird. Außerdem werden nur die Kanäle betroffen, bei denen die Funktion freigeschaltet ist.

Der Hauptregler ist als automatisierbarer VCA-Regler ausgeführt. Hier wird ein Penny & Giles VCA-Regler mit 100 mm Schiebeweg verwendet. Zum Regler gehören die CUT-Taste, die PFL-Taste und die Peak-Present-Led. Der Regler ist mit einer Automationsschnittstelle für CAS Mischcomputer von adt-audio ausgerüstet. Neben dem Regler ist eine Ledkette zur Anzeige der VCA-Stellung eingebaut. Diese Ledkette zeigt die Aktionen des Automationsrechners permanent, direkt am Regler, an. Dies vereinfacht das Arbeiten mit dem Computersystem erheblich. Durch die Taste ISO kann der jeweilige Kanal bei Automationsbetrieb aus dem Rechner herausgeschaltet werden. Die Statusfunktionen AUTO-ALL und ISO-ALL ermöglichen eine Überbrückung der lokalen ISO-Tasten sowie einen erzwungen Handbetrieb des gesamten Pultes (ISO-ALL). Ferner kann durch einen Jumper für jeden Regler gewählt werden, ob der Rechner Zugriff auf diesen Regler hat oder nicht. Der Regler besitzt zusätzlich eine Write-Taste.

Durch die Verwendung von VCA-Reglern verarbeitet der Automationsrechner lediglich dB-lineare Steuerspannungen. Dadurch sind eine hohe Linearität und gleichmäßige Auflösung von 0.1 dB bis hinunter zu -90 dB gewährleistet.

Die PFL-Taste ermöglicht das Abhören und Messen des am Reglereingang liegenden Signals über die im Summenblock integrierte PFL-Schaltung, die sowohl auf die Abhöranlage als auch auf den Hauptaussteuerungsmesser wirken kann. Eine Peak-Present-Led, die als Mehrfarbenled ausgeführt ist meldet den Pegel an diesem Punkt. Die Led leuchtet bei -20 dB grün und färbt bei 0 dB auf gelb um. Mit einer weiteren Erhöhung des Pegels verändert sich die Farbe über Orange nach Rot. Bei Rotfärbung ist noch eine Aussteuerungsreserve von ca. 5 dB vorhanden. Diese Art der Anzeige ermöglicht einen schnellen Überblick über die auf den Kanälen des Mischpultes anliegenden Pegel.

Die unabhängig von PFL arbeitende zusätzliche Solo-Logik ist als echtes Solo in Place ausgeführt und schaltet alle Kanäle, die nicht ebenfalls in SOLO geschaltet sind ab. Zusätzlich ist die Taste LOCAL vorhanden mit der der jeweilige Kanal aus der Solo-Schiene herausgeschaltet werden kann. Dieser Kanal ist dann vom Solo isoliert und wird nicht abgeschaltet. So kann man z. B. den Rhythmus einer Mischung immer eingeschaltet lassen, während man die einzelnen Solo-Instrumente abwechselnd durch Betätigung der Solo-Tasten dazuschaltet.

Der als Drehpoti ausgeführte AUX-FEED Regler ist ebenfalls als VCA-Regler mit einer Automations-Schnittstelle ausgeführt. Sein Eingang liegt hinter dem Hauptregler und kann über die Taste PRE vor den Hauptregler, hinter die Solo-Schaltung gelegt werden. Der Ausgang dieses VCA's liegt an den MST-Tasten der Aux-Wege und der Aux-Extention an. Jeder beliebige Aux-Weg kann so auf diesen zusätzlichen Weg aufgeschaltet werden. Die Automatisierung von beliebigen Aux-Wegen in Pegel und Cut wird über diesen Weg möglich. Über die hier angeordnete DIR-Taste kann das Ausgangssignal dieses VCA's auf den Kanalausgang aufgeschaltet werden. Mit diesem Feature ist ein weiterer Sendeweg, der allerdings nicht gemischt werden kann, verfügbar.

Das Signal vom Ausgang des Reglers wird auf das MIX-PAN und auf die Routing-Matrix gelegt. Über dieses Pan-Pot wird es in die Stereo-Summe eingemischt.

In Verbindung mit der SUB-Funktion des Eingangsverstärkers erhält die DIR-Taste eine besondere Bedeutung. Wird SUB gewählt erhält der Kanal als Eingangssingal den Ausgang des Summenbereichs des Kanals hinter dem Trennklinkenpaar BUS-OUT - MT-IN. Bei gleichzeitiger Betätigung von DIR wird hier jedoch der Ausgang des BUS-AMPS vor der DIR-Taste aufgeschaltet. Damit wird das Modul in die Aufnahmesumme eingeschliffen und arbeitet nun als Summenreglerzug für die Aufnahme. Das Bus-Amp-Ausgangssignal liegt auf dem Eingang des Kanals, durchläuft diesen und wird hinter dem Regler über die DIR-Taste auf den Kanal-Ausgang geschaltet. So ist eine Summenbearbeitung vor der Aufnahme möglich. Da der gesamte Signalweg und nicht nur der Regler eingeschaltet ist können natürlich alle Bearbeitungsmittel und auch die Sendewege benutzt werden.

Das Ausgangssignal des Reglers gelangt nur dann zum Routing, wenn die Funktionen TO-RTG (Aux-Extention) nicht aktiviert sind. Diese Funktion hat Vorrang. Der Weg in die Stereo-Summe ist von diesen Funktionen jedoch nicht betroffen.

Der Ausgangsverstärker des Kanals liegt normalerweise auf dem Ausgang des Bus-Amps. Der Eingang dieses Summenverstärkers ist im Rahmen bei den ersten 24 Kanälen mit der zum jeweiligen Kanal gehörenden Summenschiene verbunden. Bei den Kanälen ab 25 werden die ersten 24 Summen quergebrückt. Summe 1 liegt also an den Ausgängen der Kanäle 1, 25 und - falls der Rahmen eine entsprechende Größe hat 49 bzw. 73 an. Drückt man die Taste DIR wird der Summenverstärker vom Kanalausgang weggeschaltet, gleichzeitig wird das Ausgangssignales des Reglers aufgelegt. Auch wenn auf das Routing aufgeschaltet ist, liegt das Ausgangssignal des Reglers an der DIR-Taste an. Damit ist es möglich, den Summenverstärker zu umgehen und das Aufnahmesignal des jeweiligen Kanals direkt auf der zugehörigen Spur aufzunehmen. Dies dient weniger zum Qualitätsgewinn - die beiden Wege unterscheiden sich weder in Störabstand noch in der Aussteuerbarkeit nennenswert - sondern mehr der Bequemlichkeit, da bei aktiviertem DIR andere in die zum Kanal gehörende Summe geroutete Kanäle nicht mehr eingemischt werden.

Die MT-INS-Taste unterbricht die innerhalb des Kanals vorgegebene Zuordnung zwischen Kanal-Ausgang und Mehrspur-Eingang. Ist diese Taste gedrückt, so wird dieses Signal über das Trennklinkenpärchen BUS-OUT - MT-INS geführt. So lange in MT-INS nichts gesteckt ist, bleibt die normale Verbindung erhalten. So ist die Umverteilung von Spuren oder auch das Kopieren auf die Mehrspur möglich.

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