MO5-DR

QUICK-REF

Inline-Input-Output-Modul mit 2 automatisierten Reglern, 5-Band-Equalizer, Compressor-Expan-der und Noise-Gate für Recall-Betrieb

MO5-DR ist das Inline-Ein-Ausgangsmodul der 5MT-MR-Serie von adt-audio. Weitere Module dieser Baureihe sind der MO5-SPR, ein Mono-Split-Modul und der MO5-STR ein Stereo-Modul. Alle Modultypen können mit den anderen Komponenten des 5MT-MR-Systems kombiniert werden.

Der MO5-DR ist ein Inline-Ein-Ausgangsmodul für den Mehrspurbetrieb. Zwei Signalwege TAPE-CHAIN und RECORD-CHAIN sind vorhanden. Die Tape-Chain leitet das Ausgangs- oder Eingangssignal der Spur entlang der Bearbeitungsmittel über den Hauptregler und das Mix-Pan in die Stereosumme MIX. Die Record-Chain führt das aufzunehmende Signal vom Mikrofon- oder Lineeingang über die Bearbeitungsmittel und den Kurzwegregler zur Routing-Matrix und - wenn freigeschaltet ebenfalls in die Stereo-Summe.

Das integrierte CRS-Interface ermöglicht in Verbindung mit dem CRS-Automationssystem eine Speicherung aller Moduleinstellungen und deren Reproduktion.

Der Eingang der Tape-Chain ist erdsymmetrisch. Er ist über Trennklinken im Steckfeld mit dem Ausgang der Mehrspur verbunden. Die INPUT-Schaltung wählt alternativ den Multitrack Send, so das innerhalb des Pultes eine Input-Schaltung realisiert werden kann. Diese Funktion kann auch verwendet werden um die Tape-Chain zum Master einer Audio-Subgruppe zu machen. Die INPUT Funktion kann durch Status-Taste ALL TAPE im Summenblock verriegelt werden. Das Tape-Eingangs-Signal kann um ± 20 dB geregelt werden.

Der Eingang der Record-Chain hat 3 Eingänge, MIC, LINE und SUB. Default ist der Mikrofon-Eingang gewählt. Der Lineeingang ist für den Anschluss von Keyboards und Effektengeräten ausgelegt und wird durch die Taste LINE angewählt. Die SUB-Funktion wird durch gleichzeitiges Drücken von LINE und PAD aktiviert und wählt den Ausgang des Summenverstärkers der zum Kanal gehörenden Routingsumme an. Damit wird die Record-Chain zum Submaster einer Audiogruppe. Wird gleichzeitig DIR gedrückt, wird die Record-Chain des Moduls als Master für die Aufnahme verwendet.

Der Eingang des Mikrofonverstärkers ist symmetrisch-erdfrei (Übertrager). Die Verstärkung kann von 25 bis 70 dB geregelt werden. Eine Vordämpfung von 30 dB wird über die Taste PAD vor dem Übetrager eingeschaltet. P48 schaltet die Phantomspeisung ein.

Der Eingangsverstärker für LINE und SUB ist elektronisch symmetriert und kann zwischen -15 und +30 dB geregelt werden.

Die Phasentaste wirkt auf den gewählten Record-Eingang. Die Signale von Tape-Chain und Record-Chain können über die REV-Funktion (Input-Reverse) direkt am Eingang vertauscht werden. Diese Funktion ermöglicht es, von der Grundstruktur des Moduls abweichende Arbeitsverfahren einfach durchzuführen.

Das Kanal-Meter zeigt normalerweise das Signal am Tape-Eingang kalibriert an. Bei gedrückter REV-Taste wird es auf den Ausgang des Eingangs-Verstärkers der Record-Chain aufgeschaltet.

Die Bearbeitungssektion besteht aus den Elementen FILTER, DYNAMICS, NOISE-GATE, EQUALIZER und INSERT. Alle Elemente liegen normalerweise in der Tape-Chain. Jedes Element verfügt über eine REC-Taste. Wird diese Taste gedrückt wird das jeweilige Element in die Record-Chain geschaltet. Die Dynamics und der Insert haben zusätzliche Schaltmöglichkeiten. POST legt die Dynamics, die normalerweise vor dem EQ liegen hinten den Equalizer. PRE legt den Insert, der normalerweise hinter dem EQ liegt vor die Dynamics. Ferner kann der Insert zusätzlich in die Side-Chain-Wege von Noise-Gate und Dynamik-Einheit gelegt werden. Diese Umschaltungen arbeiten unabhängig davon ob das Element in der Tape-Chain oder in der Record-Chain liegt.

Die FILTER bestehen aus einer regelbaren Höhen- und Tiefensperre mit einer Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave für die Höhensperre und 24 dB pro Oktve für die Tiefensperre. Der Regelbereich der Höhensperre reicht von OFF bis 1 kHz, die Tiefensperre kann von OFF bis 600 Hz geregelt werden. Die Sperren werden durch die Taste FILT eingeschaltet.

Die DYNAMICS sind als Compressor-Expander ausgeführt. Der Compressor ist ein RMS-Regelverstärker mit weiten Stellbereichen. Threshhold kann von +12 dB bis -40 dB geregelt werden. Die Ratio ist von 1:1 (keine Kompression) bis LIM (Begrenzung) geregelt werden. Die für das Klangverhalten besonders wichtige Einschwingzeit ATTACK ist zwischen 0,5 und 20 ms regelbar wodurch für jedes Programmmaterial leicht eine gute Einstellung gefunden werden kann. Die Erholzeit RELEASE ist zwischen 0,1 und 5 s verstellbar wodurch sowohl harte Regelungen wie auch weiche Anpassungen realisiert werden können. Der Compressor ist mit einer exakten AUTOGAIN-Funktion ausgestattet. Die Verstärkung wird automatisch so geregelt, dass der Ausgangspegel unabhängig von den Stellungen der Regler Threshhold, Ratio und Attack konstant bleibt. Das lästige Nachregeln der Verstärkung bei einer Veränderung der Kompressionsparameter entfällt somit.

Der Expander besitzt Regler für Threshhold, Ratio und Release. Der Threshhold ist zwischen -50 dB und +10 dB regelbar, wodurch der Expander auch als Quasi-Noise-Gate verwendet werden kann. Die Ratio kann zwischen 1:1 (inaktiv) und 8:1 (Quasi-Gate) geregelt werden. Die Erholzeit hat einen Regelbereich von 0.1 s bis 5 s. Die normalerweise kurze Attackzeit kann durch den Zugschalter des Ratio-Potis verlängert werden. Der Expander unterdrückt wirksam die bei starken Kompressor Einstellung hochverstärkten Störungen in Pausen.

Die Anzeige der Verstärkungsreduktion erfolgt durch ein Ledmeter mit 5 Leuchtdioden und einem Anzeigebereich bis -20 dB. Die Funktion des Expanders wird separat über eine Mehrfarben-Leuchtdiode angezeigt. Eine Link-Funktion verkoppelt nebeneinander liegende Dynamikeinheiten. Diese Funktion wird durch den Zugschalter des Attack-Potis aktiviert. DYN aktiviert den Kompressor-Expander.

Das Noise-Gate arbeitet vom Kompressor-Expander völlig unabhängig. Es liegt hinter der Dynamik-Einheit in der Tape-Chain und kann durch die Taste REC in die Record-Chain geschaltet werden. Das Gate ist vollparametrisch ausgeführt und besitzt Regler für Threshhold, Range, Hold und Release. Der Threshhold kann zwischen -50 dB und +10 dB geregelt werden. Mit dem Regler RANGE kann die Ausblenddämpfung des Gates zwischen 0 und 80 dB verändert werden. Die Holdzeit bestimmt wie lange das Gate noch offen bleibt, wenn der Pegel unter den eingestellten Threshhold gefallen ist. Sie ist zwischen 0,1 und 5 s regelbar. Der Regler Release verändert die Ausblendgeschwindigkeit nach Ablauf der Holdzeit zwischen 0.1 s und 5 s pro 20 dB. Die Attackzeit des Gates ist extrem kurz, so dass auch Signale mit ausgeprägtem Einschwingverhalten klangneutral bearbeitet werden können. Die Verzögerung beim Öffnen des Gate beträgt weniger als 5 µs. Durch den Zugschalter des Threshhold-Potis kann auch ein weicheres Einschwingverhalten umgeschaltet werden. Die Anzeige der Gate-Funktion erfolgt durch eine Mehrfarben-Leuchtdiode. Diese leuchtet Rot wenn das Gate zugeregelt ist, Grün wenn es aufgeregelt ist und Gelb während die Holdzeit läuft. Im Normalfall wird das Gate direkt durch seine Eingangsspannung angesteuert. Um Key-Funktionen bzw. externe Filterungen möglich zu machen kann der Einschleifpunkt in die Side-Chain des Gates geschaltet werden. Zusätzlich kann der Eingang der Side-Chain durch den Zugschalter des Release-Potis auf den Bus-Amp des Moduls aufgeschaltet werden. Über diese Funktion kann ein beliebiges Signal oder Signalgemisch über das Routing zur Steuerung des Noise-Gates verwendet werden. Auch das Bussignal kann über den Insert beearbeitet werden. Die Taste GATE schaltet das Element ein.

Der Equalizer ist ein 5-Band-Split-EQ mit 3 vollparametrischen Bändern mit hervorragenden klanglichen Eigenschaften. Der EQ nach dem Konstruktionsprinzip der Wienbrücke ermöglich tiefgreifende Bearbeitungen ohne Verzerrungen oder negative Beeinflussungen des Klanges. Alle Bänder können um ± 20 dB in der Verstärkung geregelt werden. Der Hi-Low-EQ ermöglicht durch seine festegelegte Charakteristik eine schnelle, effektive Arbeitsweise für die Standardkorrekturen im Hoch- und Tieftonbereich. Beide Bänder können in der Charakteristik umgeschaltet werden. Der HI-EQ arbeitet in Stellung 15 kHz als Baxandall-Entzerrer mit weichem Auslauf oberhalb von 20 kHz und erst bei ca. 2 kHz ansetzender Kurve oder - in Stellung 8 kHz - mit einer weichen Glockenkurve deren Maximum bei 8 bis 10 kHz liegt. Stellung 15 kHz ermöglicht die Stützung seidiger Höhen während 8 kHz Druck im Höhenbereich regelt. Der Low-EQ ist immer als weiches Glockenfilter ausgeführt und kann in der Mittenfrequenz zwischen 60 Hz und 100 Hz umgeschaltet werden. Damit ermöglicht er eine effektive Regelung bei den wichtigsten Bassfrequenzen.

Die vollparametrischen Bändern MID1 bis MID3 haben stark überlappende Frequenzbereiche. Anhebung und Absenkung können um ± 20 dB geregelt werden. Die Verstellung der Güte hat einen Bereich von 0.3 bis 5. Die entspricht einer Breite von etwa 3 Oktave bis zu einer kleinen Terz. Die Frequenzbereiche für die Mittenfrequenz sind für MID1, dem eigentlichen LOW-EQ 30 Hz bis 2 kHz, für MID2 60 Hz bis 7 kHz und für MID3, dem eigentlichen HI-EQ von 300 Hz bis 20 kHz. Durch die weiten Überlappungsbereich können in jedem Frequenzbereich mindestens zwei Bänder eingesetzt werden.

Die Split-Funktion trennt den 5-Band-EQ in einen 3-Band und einen 2-Band-EQ auf. Hierbei entsteht ein 2-Band-HiLow-Eq und ein vollparametrischer 3-Band EQ. Durch die Record-Taste, die den gesamten EQ von der Tape- in die Record-Chain schaltet kann gewählt werden welcher EQ in welchem Signalweg liegt. Wird nur Split aktiviert liegt der Hi-Low-EQ in der Tape-Chain und der 3-Band-EQ in der Record-Chain. Ist Split und Record gedrückt vertauscht sich diese Zuordnung. SPLIT-OFF überbrückt den gesplitteten EQ, ohne die Split-Funktion aufzuheben.

Der Einschleifpunkt liegt normalerweise hinter dem EQ in der Tape-Chain. Durch seine Record-Taste wird er ebenfalls hinter den EQ in die Tape-Chain gelegt. PRE fügt den Insert sowohl in der Tape wie in der Record-Chain hinter der Höhen-Tiefensperre ein. Insert Ein- und Ausgang sind über Trennverstärker entkoppelt. Der Insert Ausgang liegt immer auf dem Steckfeld an. Der Insert-Eingang (erdsymmetrisch) ist mit dem Insert-Ausgang auf dem Steckfeld durch Trennkontakte verbunden und wird im Kanal dann freigeschaltet, wenn die Taste INS gedrückt ist.

Über die Fader-Reverse-Funktion werden die beiden Modulregler angesteuert. Der Hauptregler ist ein 100 mm Penny&Giles VCA-Regler. Der Kurzwegregler ist als 65 mm Penny&Giles ausgeführt. Beide Regler sind automatisierbar und mit Ledketten zur Anzeige der VCA-Stellung ausgeführt. Die Tasten ISO und WR (Write) dienen zur Steuerung des Automationsinterfaces. Zu beiden Reglern gehören eine CUT-Funktion, die mit einer Lumitass-Leuchtdrucktaste ausgeführt ist, sowie die PFL, Peak-Present und Solo-Funktion.

Die Peak-Present-Led ist als dreifarbige Leuchtdiode ausgeführt. Einen Pegel oberhalb von -20 dB meldet diese Leuchtdiode mit grüner Farbe. Sie färbt sich bei 0 dB auf gelb um und ändert bei größerem Pegel ihre Farbe kontinuierlich über Orange bis nach Rot. Bei Rot beträgt die Übersteuerungsreserve noch 5 dB. Mit dieser Technik wird eine sehr übersichtliche Pegelanzeige möglich.

PFL greift am Eingang des Reglers ab und wird im Summenblock auf die Abhöranlage und/oder den Hauptaussteuerungsmesser aufgeschaltet. PFL beeinflusst nur die Abhöranlage und kann in jeder Betriebsart verwendet werden. Im Summenblock wird gemeldet, ob PFL irgendwo im Pult aktiviert ist. Ferner kann man dort die PFL-Aufschaltung routen und PFL blockieren.

SOLO ist als SOLO IN PLACE ausgeführt und arbeitet völlig unabhängig von PFL. SOLO schaltet alle Wege, die nicht entweder Local oder ebenfalls in Solo geschaltet sind stumm. Hierbei werden die Wege in die Stereosumme MIX und in die Aux-Wege abgeschaltet. Die Aux-Sends werden auch dann stumm geschaltet, wenn sie vor Regler abgreifen, da ohne diese Funktion ein einzelner Aux-Weg vor Regler die gesamte Solo-Schaltung unsinnig macht. Der Signalweg vom Record-Regler ins Routing wird von der Solo-Logik nicht stumm geschaltet, so dass Solo während der Aufnahme auf der Mehrspur benutzt werden kann, ohne die Aufnahme zu beeinflussen. Am Hauptregler ermöglicht die Taste LOCAL einzelne Kanäle aus der Solo-Schiene heraus zu schalten. Am Kurzwegregler wird die Solo-Logik erst eingeschaltet, wenn die ON-Taste gedrückt ist. Der Status der Solo-Logik wird über eine Leuchtdiode neben der Solo-Taste gemeldet. Diese leuchtet Grün, wenn der Weg von Solo stumm geschaltet ist und Rot wenn an diesem Regler Solo gedrückt ist. Die Cut-Leuchte signalisiert mit halber Helligkeit, wenn der Weg in die Stereo-Summe durch Solo abgeschaltet wurde. Zusätzlich ist eine Solo-Anzeige im Summenblock vorhanden. Hier gibt es auch eine Möglichkeit die Solo-Funktion im gesamten Pult zu blockieren.

Die FADER-REVERSE-Funktion tauscht beim Drücken der Taste FDR die beiden Regler gegeneinander aus. Mit den Reglern werden natürlich auch die Cut-Funktionen, Peak-Leds, PFL und Solo umgeschaltet. Die Zuordnung der Aux-Wege und der Signalverlauf bleibt jedoch erhalten. Diese Funktion kann also jederzeit verwendet werden, ohne dass irgendwelche versteckten sonstigen Änderungen auftreten.

In der Tape-Chain wird das Signal hinter dem Regler über das MIX-PAN in die Stereo-Summe MIX geführt. Die Funktion TO-RTG (FLOAT) ermöglicht es, das Signal hinter dem Mix-Pan auf die Routing-Matrix umzuleiten. Diese Schaltung ist für das Zusammenmischen von Spuren und für die Bildung von Audio-Subgruppen sehr hilfreich. Die Kanäle an denen TO-RTG aktiviert wird werden mit ihrem korrekten Pegel und ihrer Panoramaeinstellung aus der Stereosumme heraus geschaltet und auf die gewählten Routingsummen aufgelegt. Benutzt man diese Funktion auf mehreren Kanälen und wählt dort die gleichen Routingpärchen an, so entsteht auf der gewählten Routingsumme ein Signal, dass dem Anteil den die beteiligten Kanäle an der Stereo-Summe hatten exakt entspricht. Dies vereinfacht das Zusammenfassen von Spuren zu Vormischungen. Dieser Arbeitsgang kann während einer Mischung erfolgen, so dass die Verhältnisse der einzelnen Kanäle nicht blind sondern aus der gesamten Mischung heraus beurteilt werden können. Ferner kann man während der Mischung jederzeit Subgruppen im Routing bilden, ohne die Verhältnisse zu verändert.

Der Ausgang des Reglers der Record-Chain steuert parallel sowohl die Routing-Matrix wie auch die Stereo-Summe an. Die Freischaltung der Stereo-Summe erfolgt durch die Taste TO-MIX. Das RECORD-PAN liegt immer im Weg in die Stereo-Summe. Die Taste PAN schaltet es zusätzlich in den Weg zum Routing ein.

9 Auxwege, ein Stereo-Cue-Weg und ein Dual-Extention-Weg sind vorhanden. Die Auxwege 1 bis 9 sind in Mono ausgeführt und liegen normal hinter dem Regler der Tape-Chain. Jedem Auxweg ist eine REC-Taste zugeordnet, die die Umschaltung auf den Regler der Record-Chain für jeden Aux-Weg einzeln ermöglicht. Jeweils zwei Aux-Wege gemeinsam haben eine PRE-Taste, mit der der Abgriff vor den durch die Record-Taste gewählten Regler gelegt werden kann. Die Auxwege werden vor und hinter Regler von Cut und von Solo abgeschaltet.

Der Cue-Send ist in Stereo mit Level und Pan ausgeführt und wird standardmässig zum Einspielen ins Studio verwendet. Er liegt normalerweise vor dem Regler der Tape-Chain und wird in dieser Stellung weder von Cut noch von Solo stummgeschaltet. Die Tasten REC und POST ermöglichen die Umschaltung auf den Regler der Record-Chain und auf hinter Regler. Hinter Regler wird auch der Cue-Send sowohl von Cut wie von Solo stumm geschaltet. Eine eigene Cut-Taste für den Cue-Send ist vorhanden.

Der Extention-Send bedient eine zusätzliche Stereo-Sendewegschiene mit beliebiger Verwendung. Der Extention-Send kann in Stereo oder Mono benutzt werden. Normalerweise arbeitet er in Stereo mit Level und Pan. Wird DUAL gedrückt arbeitet der untere Regler als auf den linken Kanal und der obere Regler auf den rechten Kanal. In dieser Betriebsart kann die Quelle durch zwei REC-Tasten für jeden Regler einzeln gewählt werden. Wird die Taste TO-RTG gedrückt, schaltet sich dieser Sendeweg anstelle des Reglers der Record-Chain auf die Routing-Matrix auf. Auch hier entscheidet die Taste DUAL ob die Ansteuerung in Stereo oder mit 2 x Mono erfolgt. Bei Benutzung dieser Funktion bleibt die Record-Chain vollständig für die Einmischung von Keyboard und Effektreturns in die Stereo-Summe erhalten.

Die AUX-Funktion des Kurzwegreglers ermöglicht es, diesen Regler als automatisierten Aux-Master zu benutzen. AUX legt den Kurzwegregler hinter den Hauptregler. Der Kurzwegregler bedient dann direkt das Routing in der Art eines Auxreglers. Zusätzlich können alle Sendewege einzeln durch ihre REC-Tasten auf den Kurzwegregler aufgeschaltet werden. Dieser arbeitet dann für die aufgeschalteten Sendewege als Aux-Send-Masterregler. Über diesen Weg ist die automatisierte Ansteuerung von beliebigen Aux-Wegen möglich. In dieser Konstellation kann die Nutzung der Record-Chain allerdings nur noch über den REC-PRE geschalteten Extention-Send ins Routing erfolgen.

Der Summenverstärker für die Routing-Summen ist Bestandteil jedes Moduls. Das Summensignal der Routingschiene wird ohne die anderen Kanalfunktionen zu beeinflussen gebildet und im Normalfall auf das Steckfeld an die Klinke BUS-OUT und an den Weg zur Mehrspurmaschine geführt. Der Eingang der Mehrspurmaschine wird direkt aus dem Kanal heraus angesteuert. Durch Drücken der Taste MT-INS wird dieser Weg über das Steckfeld geführt. Die Taste DIR legt anstelle des Summensignals den Ausgang der Record-Chain auf den Kanalausgang - und damit gleichzeitig auf die Klinke BUS-OUT und den Eingang der Mehrspur auf. Wird gleichzeitig die SUB-Funktion des Record-Eingangs benutzt, so liegt die Record-Chain als Master zwischen dem Summenverstärker und dem Kanalausgang. Damit können neben dem Regler natürlich auch alle Bearbeitungselemente in der Record-Chain für die Bearbeitung des Summensignals verwendet werden.

Die Bildung von Audio-Subgruppen erfolgt über das Mehrspur-Routing. Jede nicht anderweitig verwendete Routing-Summe kann als Subgruppe verwendet werden. Die Rückmischung des Summensignals kann im Zielkanal wahlweise über die Tape-Chain durch die die INPUT-Funktion oder über die Record-Chain durch die SUB-Funktion erfolgen. Die Bildung von Subgruppen ist nicht auf eine Ebene begrenzt. Da das Summensignal wieder in eine weitere Summe eingemischt werden kann ist eine beliebige Tiefenstaffelung der Summen möglich.

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