Stereo-Effect-Return Section aller Module im 5MT-MR Summenblock. 8 Returns sind standardmässig eingebaut.
Umfangreich ausgestattete Effektreturns sind ein wesentlicher Komfortfaktor bei einem Produktionsmischpult. Zusätzlich sparen solche Returns ausser Arbeit auch Eingangskanäle, die sonst benötigt würden um die hier angeschlossenen Geräte in die Mischung einzubinden. Bei einer vollständigen Bestückung mit 10 Returns ergibt sich die gleiche Anschlussmöglichkeit, für die sonst 20! Mono-Kanäle erforderlich wären. Um aber wirklich nutzbar zu sein muss ein Return so komfortabel ausgestattet sein, dass er einem normalen Eingangskanal in Hinblick auf die Benutzung mit Effektgeräten in nichts nachsteht. Natürlich ergibt sich hier zusätzlich die Möglichkeit, eine auf die Anwendung angepasste Anordnung gerade für diese Nutzung zu optimieren.
Da ein sehr großer Anteil der heute verwendeten Effektgeräte ausgangsseitig Stereo-Signale anliefert, liegt die stereophone Ausführung eines solchen Returns nahe. Ein Stereo-EQ mit ausreichenden, auf Effekte abgestimmten Möglichkeiten ist ebenso unverzichtbar wie eine Einspielmöglichkeit in den Standard-Kopfhörerweg. Die Kontrollfunktionen PFL und Solo sollten genausowenig fehlen wie eine Möglichkeit zur Gruppenbildung und eine Routing-Einheit, die die Aufnahme von Effekten auf der Mehrspurmaschine ermöglicht, ohne das der Effekt erst einmal auf einen normalen Eingangskanal gesteckt werden muss. Für die Veränderung der Räumlichkeit der Stereo-Quellen ist der Richtungsmischer ein sehr nützliches Hilfsmittel. In Verbindung mit einer solchen Einheit, die natürlich auch die Möglichkeit zur Basisverbreiterung beinhaltet lassen sich Halleffekte unvergleichlich in die Mischung einbinden. Aus diesen Überlegungen heraus entstand der Stereo-Return des MR-Master-Blocks.
Das Eingangssignal kann über die 30pol. Leiste vom Anschlussfeld her oder über das Steckfeld zugeführt werden. Eine Trennklinkenkonstellation ist vorhanden. Der Eingang des Returns ist erdsymmetrisch. Der Eingangspegel ist auf + 6 dBu geeicht. Mit dem mit Mittenrastung ausgeführten GAIN-Poti kann der Eingangsverstärker um ± 20 dB geregelt werden. Durch die Tasten L und R ist eine Eingangsanwahl möglich. Drückt man L wird nur der linke Eingang innerhalb des Moduls auf beiden Kanälen weitergeführt. Beim Drücken von R wird nur der rechte Kanal verwendet. Werden beide Tasten gleichzeitig gedrückt, werden die Kanäle eingangsseitig vertauscht. Ferner ist eine Phasentaste vorhanden, die die Phase in einem Kanal vertauscht.
Dem Eingangsverstärker ist der Richtungsmischer, der bei gedrückter DIR-Taste eingeschleift ist, nachgeschaltet. Er ermöglicht die Regelung von Basisbreite und Richtung auf der MS-Ebene. Der Basisbreitenregler BAS hat einen Bereich von 0 % (Mono) über 100 % (Stereo) bis 300 % (Überbasis). Der Richtungsregler DIR ermöglicht die Verschiebung des Signales über die Stereo-Basis, die mit dem Basisregler eingestellt wird. Im Gegensatz zur üblichen Balanceregelung geht bei der Richtungsregelung auch in den Extremstellungen L und R kein Signal verloren. Viel mehr erscheint in diesen Einstellungen das Mono-Signal auf der angewählten Seite. Mit diesen Eingriffsmöglichkeiten lassen sich in Verbindung mit geeigneten Hallgeräten sehr attraktive räumliche Klangbilder einfach aufbauen, deren Realisierung sonst kaum gelingt. Man kann z. B. einen Haupthall mit einer Breite von 150 % anlegen und einen weiteren Hall, der z. B. nur die Vocals betrifft mit einer 50 %-Basis von 80 % links bis 20 % rechts "aufziehen".
Durch die Taste EEQ wird ein intern fest auf 300 Hz eingestellter Elliptischer Equalizer zugeschaltet, der bei Überbasiseinstellungen die Gefahr von Auslöschungen bei einer Mono-Bildung abmildert. Durch diesen Zusatz sind großere Basisbreiten ohne Kompatibilitätsprobleme möglich.
Der dem Richtungsmischer nachgeschaltete Stereo-Equalizer kombiniert einen Hoch-Tief-Entzerrer mit einem vollparametrischen Präsenz-Abzens-Filter. Die Bereiche für Anhebung und Absenkung betragen jeweils ± 20 dB. Der Höhenregler wirkt als Baxandall-Filter bei 12 kHz. Beim Tiefenregler ist als Glockenfilter mittlerer Güte auf eine Frequenz von 100 Hz eingestellt. Die Frequenzgänge dieser EQ-Bändern wurde speziell auf die Verwendung mit Nachhallgeräten optimiert. Das parametrische Mittenfilter kann im Bereich 100 Hz bis 7 kHz in der Mittenfrequenz verstimmt werden. Die Güte des Filters kann von Q = 0.5 bis Q = 5 verstellt werden. Durch die Taste EQ wird der gesamte Equalizer in den Signalweg geschaltet.
Der Cue-Abzweig greift das Stereo-Signal vor der Solo-Logik ab. Durch die Taste POST wird der Abgriff hinter Regler gelegt. Die CUT-Taste dient zur Stummschaltung des Weges in Cue. In jedem Fall wird der Cue-Weg in Stereo angekoppelt. Der Aux-Abzweig ist mit einem Poti ausgeführt und wird mit einem Mono-Signal angesteuert. Er liegt normal hinter Regler und kann durch die Taste PRE vor Regler gelegt werden. Mit 4 Tasten kann er in die Aux-Summen 1, 2, 3 und 9 geschaltet werden.
Die Solo-Logik ist mit einer SOLO- und einer ON-Taste ausgerüstet. Normalerweise bleibt ein auf dem Return liegender Effekt bei Solo stehen. Ist dies nicht gewünscht, kann durch die ON-Taste die Stummschaltung aktiviert werden. In dieser Stellung ist es auch möglich vom Return aus Solo zu geben, was sinnvoll ist, wenn unabhängige Signale auf diesen Return aufgelegt wurden. Ist die Solo-Logik aktiv, wirkt - falls diese Option im Pult eingebaut ist - der VCA-Master-Trim auch auf den Return.
Die PFL-Taste greift vor Solo ab und schaltet das Signal in die PFL-Summe. Die CUT-Taste ist als Leuchtdrucktaste, der Regler, wie schon erwähnt, als 65 mm P&G-Regler ausgeführt.
Die Regelung innerhalb der Returns erfolgt durch VCA´s. Eine Automationsschnittstelle ist im Modul integriert, sodass der Return durch einen Rechnerplatz in Regler und Mute automatisiert werden kann. Eine VCA-Ledkette zur Anzeige der Computeraktionen ist vorhanden. Ferner sind alle Schalter und Potis vom CRS-System (Console-Recovery-System) lesbar, sodass bei Ausrüstung der Anlage mit diesem System alle Einstellungen an diesen Modulen wiederhergestellt werden können.
Vom Regler aus gelangt das Signal in die Routing-Einheit. Ein Balance-Poti liegt im Weg zur Summenwahl. Es regelt den linken und rechten Kanal gegenläufig und bewirkt eine Dämpfung in Mittelstellung von 0 dB. Die Taste MIX schaltet das Signal auf die Stereo-Summe auf. Gleichzeitig können die 24 Summen über die Routing-Einheit angewählt werden. Der linke Stereo-Kanal des Returns wird auf die ungeraden Summen aufgelegt. Der rechte Stereo-Kanal steuert die geradzahligen Summen des Mehrspur-Routing an.